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Gastgeberin

  • Klara Szakall von Losoncz

Verehrte, liebe Gäste,

„Es war einmal ein König“ – so fingen alle ungarischen Märchen an, die ich als kleines Kind von meinen geliebten Grossmüttern zu hören bekam. Als ich grösser wurde, erzählten sie mir gerne Geschichten aus ihrem eigenen Leben. Durch alte Fotoalben blätternd, lernte ich auf ihrem Schoss die Märchenwelt von 1900 bis zur Zwischenkriegszeit kennen: Erinnerungen an spannende Jagden in eigenen Wäldern, Ausflüge mit Kutschen durch ihren Grossgrundbesitz, elegante Bälle in ihren Herrenhäusern und idyllische Picknicks im Park. Ihre starken Wurzeln gaben ihnen den nötigen Halt, als alle Güter 1945 verstaatlicht wurden und sie in Armut und Verbannung weiterleben mussten.

Die Zeit verging, doch diese Märchenwelt begleitete mich durch mein Wanderleben von Land zu Land. Mittlerweile arbeitete ich in Zürich als internationale Journalistin für Architektur, heiratete, bereiste die Welt. Dann kam die Wende und mit ihr der Entscheid der Regierung, uns eins der Familiengüter zurück zu erstatten. Ich besuchte ein Herrenhaus nach dem anderen – nun alle in der heutigen Slowakei gelegen – bis ich schliesslich im kleinen Dorf Hermanovce landete. Und hier, inmitten des drei Hektaren grossen, englischen Parks, der in der Zwischenzeit zum Dschungel verkommen war, holte mich das Schicksal ein: Ich setzte es mir zur Lebensaufgabe, das Gut meines Grossvaters Georg Péchy von Péchujfalu wieder zu dem Paradies aufzubauen, das es einmal war.

Für den Aufbau brauchte ich gut fünfzehn Jahre: Wildwuchs musste gefällt, Dächer neu gedeckt, Mauern verputzt, Leitungen verlegt, Terrassen und Zäune gebaut, Sträucher gepflanzt, Rasen angesetzt und Kieswege angelegt werden. Immer ansehnlicher wurden die Ruinen: Im Jagdhaus liess ich alte Balkendecken, Böden und Türen von lokalen Handwerkern renovieren, entwarf Möbel aus eigenem Lärchenholz, holte Natursteinmauern zum Vorschein und suchte charmante Accessoires zusammen. Stoffe aus Frankreich und Italien hielten in den grosszügigen Gästezimmern Einzug, es entstanden neue, holzverkleidete Badezimmer, in den Salons erstrahlten wieder Kerzen und Kamine. Auch das klassizistische Herrenhaus aus dem Jahr 1780 erhielt dank seiner renovierten Fassade ein neues Kleid. Im seinem Inneren schuf ich eine Zauberwelt für Festanlässe – mit böhmischen Kristallleuchtern, Spiegeln und antiken Möbeln. Schliesslich verwandelte ich auch das ehemalige Gärtnerhäuschen in eine sinnliche Wellness-Oase, baute einen neuen Tennisplatz dazu und errichtete ein grosses Festzelt für Parties und Hochzeiten mitten im Park.

Heutzutage kann ein solcher Landsitz nur überleben, wenn er sich für anspruchsvolle Besucher öffnet. So wurde mein Péchy Castle – wie ich es inzwischen nach meinem Grossvater benannte – Mitglied der Assoziation Historischer Hotels von Europa. Dank idealer Lage unserer Ferienresidenz ist es ein Leichtes, die kulturellen Schätze der Ostslowakei zu entdecken: Renaissance-Städte mit gotischen Kathedralen von Weltruhm, Holzkirchen mit uralten Wandgemälden, die grösste Burganlage Mitteleuropas, die Zipser Burg (Unesco-Welterbe), Barock-Schlösser, Nationalparks mit reicher Flora und Fauna und die Berge der Hohen Tatra gehören zu den einzigartigen Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung.

Herzlich Willkommen!
Ihre Klara Szakall von Losoncz
Eigentümerin von Péchy Castle